Förderung der Muttersprache

Am Hans-Geiger-Gymnasium sprechen und schreiben über hundert Schülerinnen und Schüler eine Muttersprache, die nicht zum Fächerkanaon der Schule gehört: Albanisch, Arabisch, Azeri, Chinesisch, Dänisch, Farsi, Finnisch, Griechisch, Koreanisch, Litauisch, Makedonisch, Polnisch, Portugiesisch, Russisch, Spanisch, Türkisch oder Urdu.

Diese Muttersprachenkenntnisse sind eine große Bereicherung: den Schülerinnen und Schülern stehen die Wege nicht nur in eine, sondern in zwei Kulturen offen.

Lange Zeit hieß es: Die Kinder aus anderen Ländern sollen erst einmal richtig Deutsch lernen, in welcher Forderung unausgesprochen mitklang, sie sollten ihre Muttersprache möglichst zurückstellen oder gar vergessen.

Seit Jahrzehnten ist aber wissenschaftlich erwiesen: Eine sicher beherrschte Muttersprache ist die beste Basis für den Erwerb der deutschen Sprache. Nur wer zu Hause eine gehobene Sprache benutzt, wird sich auch in der Schule bemühen, sicher und gepflegt zu sprechen und zu schreiben. Darüber hinaus braucht der Nutzen einer weiteren Sprache neben Englisch und Französisch in der globalisierten Welt nicht eigens bewiesen zu werden. Leider gibt de rgedrängte Lehrplan keinen Raum, den Muttersprachenunterricht in den Fächerkanon aufzunehmen. Außerdem können für die zusätzlichen achtzehn Sprachen keine Lehrer eingestellt werden. Türkisch ist wegen der großen Schüleranzahl dabei allerdings eine Ausnahme.

Daher haben wir ein vereinfachtes System entwickelt, das als Pilotprojekt gelten kann: Die Schülerinnen und Schüler schreiben ein- bis zweimal im Schulhalbjahr einen Muttersprachenaufsatz, der von muttersprachlichen Lehrern außerhalb der Schule korrigiert und bewertet werden. Die Schülerinnen und Schüler erhalten dann im Zeugnis eine zusätzliche Note für ihre Muttersprachenkenntnisse, wenn diese den Noten 1-3 entsprechen. Das heißt, dass negative Leistungen nicht im Zeugnis vermerkt werden. Dieses Projekt entwickeln wir bereits seit vier Jahren, und seit zwei Jahren haben sogar Abiturienten eine Muttersprachennote im Abiturzeugnis erhalten.                (Peter Nickel)